Okt 152015
 

Bewährtes Material lässt sich mit wenig Aufwand immer wieder einsetzen! Das ist doch beruhigend zu wissen für den Lehrer 🙂 Im Laufe der Woche habe ich die Unterlagen, die wir vor Jahren im Schnupperstudium der Informatik an der Uni Hamburg zum Raytracer Pov-Ray entwickelt hatten, in der Oberstufe Mathematik in beiden Parallelklassen zum Thema Vektorrechnung eingesetzt. Das schwierigste war die Softwareinstallation und für einige Schüler/innen auch die Dateiablage („Wo habe ich jetzt meine Datei gespeichert?“ und „Was muss ich jetzt öffnen?“) und leider ist mir immer noch nicht klar, wie ich Pov-Ray auf einem Mac installiere. In unserer Privatschule hier in Cuenca hat der Großteil der Schüler/innen Apple-Geräte. Ein Laptop ist für die Oberstufe verpflichtend als Werkzeug, da wir auch viele digitale Materialien verwenden und viele Arbeitsaufträge ohne PC nicht zu bearbeiten sind (z.B. beim Einsatz von Geogebra). Das finde ich grundsätzlich sehr gut, nur dass die Dinger auch immer ablenken, wenn gerade Phasenwechsel nach Einzel- oder Gruppenarbeit ist und die Aufmerksamkeit im Unterrichtsgespräch nach vorne gerichtet werden soll.

Zu Pov-Ray: Die einfache Aufgabe zur Positionierung von Kugeln hat mit Installation und Zurechtfinden in der Software eine Schulstunde vereinnahmt. Alle waren interessiert und konzentriert dabei und wollten, wie es in der Informatik ja meistens ist, wissen wie sie die Aufgabe lösen können. Das hängt denke ich vor allem damit zusammen, dass bei der Programmierung immer ein direktes Feedback kommt, ob es klappt oder nicht. Das motiviert und die Gruppe, die als erste die Aufgabe gelöst hatte, war auch besonders stolz. Eine Gefahr ist allerdings, die Frustrationstoleranz zu überschreiten. Meine Schüler/innen haben überwiegend keine Vorerfahrungen mit Beschreibungssprachen wie Pov-Ray. Ein kleiner Syntaxfehler und nichts funktioniert. Das kann frustrieren, wenn man nicht gewohnt ist, zu tüfteln und genau zu arbeiten. Aber es gibt auch viel Differenzierungspotential nach oben. So haben viele Schüler/innen ohne Anweisung einfach ausprobiert, wie sich Farben, Formen und andere Aspekte ändern lassen.

Formen

Also zur Orientierung im dreidimensionalen Raum ist die Aufgabe sehr geeignet, vielleicht ist noch mehr drin und ich kann in den nächsten Wochen noch einmal Aufgaben entwickeln, die spezieller zur Vektorrechnung passen.

Die Materialien zu Pov-Ray habe ich nicht angepasst, sie sind genau so in dem Artikel „Projekttage in Cuenca“ enthalten.

  2 Responses to “[Mathe-Unterricht] Kleine Anmerkung zu Vektorrechnung und Grafikprogrammierung”

  1. Ich finde es immer toll wenn Lehrer mal etwas anschauliches in den Matheuntericht bringen. Eine weitere empfehlung die ich zu POV-Ray im Unterricht machen kann sind Isoflächen, allerdings weis ich nicht ob das nicht schon etwas zu komplex ist. Hier mal zwei motivierende Seiten:

    Einfache Beispiele
    Ein kleines Video das eine interessante 4D Funktion mit hilfe einer Isofläche visualisiert

  2. Danke für den Tipp, sieht sehr vielversprechend aus, aber wohl eher erstmal für mich – für besonders Schnelle ist es vielleicht auch etwas… Hab ich auch gleich mal in meine Social-Bookmark-Sammlung eingefügt: https://delicious.com/haukemorisse

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