Feb 142020
 


Ich bin ein Freund offener Software, von Recycling und gesellschaftskritischem Abwägen von Technik und Material. Dennoch habe ich mir vor einiger Zeit ein iPad für schulische Zwecke zugelegt und möchte im folgenden Begründen, warum ich vorhabe, es in Zukunft noch ausgiebiger zu nutzen.

Es fing damit an, dass ich seit Beginn meines Schuldienstes in Hamburg vor dreieinhalb Jahren in verschiedenen Initiativen zur schulischen Nutzung digitaler Werkzeuge und Geräte beteiligt war.

Auf der Software-Seite gibt es viel Nützliches, viel Notwendiges aber auch einiges an Marketing-Strategie oder für den Schulalltag kaum brauchbare Angebote. Zunächst stellt sich die Frage der Zielsetzung des Einsatzes von Software in Schule. Zur Arbeitsorganisation in Form digitaler Klassenlisten, Notizen oder der Verwaltung personenbezogener Daten nutze ich weiterhin ein Papierbuch. Zum Einen, da ich damit Routine habe und es mir (noch?) keine Vorteile verschafft, Klassenlisten digital suchen zu müssen, statt sie bequem mit einem Handgriff aufzuschlagen. Zum Anderen, da ich so sichergehen kann, dass meine Noten nicht in falsche Hände geraten und ich mir über Datenschutzbestimmungen und Persönlichkeitsrechte weniger Gedanken machen muss. Und zum Dritten, da ich kein Freund von Automatisierung des Pädagogischen bin und Notengebung für mich nicht (reine) Berechnung ist, sondern eine Frage der Einschätzung der Leistung als Gesamtbild. Nicht ohne Grund lassen sich automatisch berechnete Noten in Software (z.B. das in Hamburg zentral verwendete DiViS) auch händisch anpassen. Hier genügt es mir zur Dokumentation meine Papier-Unterlagen zu haben und zugleich das Zeugnisprogramm rechnen zu lassen, da brauche ich keine zusätzliche Software und um die Datenschutz-Belange kann sich bequem die Behörde in ihrem zentralistischen System kümmern.

Dennoch ist es immer wieder nützlich, schnell vergängliche Notizen machen zu können, z.B. ToDo Listen für den Tag oder die Woche, die ich nun eher auf dem Tablet erledige. Elterngespräche oder Konflikte zwischen Schüler_innen dagegen dokumentiere ich in der Schülerakte aus Papier und zusätzlich in meinem Papierkalender, damit ich das zuverlässig vorliegen habe.

Schule ist auch Teil einer Behörde, ein geschützter Raum mit Privillegien und Verantwortung, der eine andere Umgangsweise erfordert, als Wissenschaftler_innen oder Medienunternehmen dies in Social Media oder auch in der vernetzten Öffentlichkeit des Internets haben. Hier sehe ich im Laufe der Jahre auch einen der Gründe, warum das Bloggen als Lehrer_in nicht so leichtfällt, wie wissenschaftlich oder medienpädagogisch interessierte Person. Viele Dinge des Alltags, die mich beschäftigen sind vertraulicher Natur (xy hat wieder das gemacht, woran liegt es?) oder es bedarf eines Zusatzaufwandes, die Materialien, Gedanken und Geschriebenes auf die öffentliche Wirkung zu überprüfen.

Selbstreflexiv: Dieser Blog-Artikel könnte von Vorgesetzten, Eltern und meinen eigenen Schülerinnen gelesen werden, auch potentiell zukünftige Vorgesetzte, Eltern und Schülerinnen. Daher bin ich z.B. auf Twitter auch fokussiert auf fachiche und didaktische Beiträge, mache Einschätzung zu einem Tool oder einem Ereignis, aber schreibe selten über Gefühle oder Persönliches. Ich würde mich ja auch nicht in die Pausenhalle, auf eine Lehrerkonferenz oder eine Elternversammlung stellen und laut aus meinem Privatleben berichten.

Dann gibt es die Nutzung von Informatiksystemen im Unterrichtskontext, die harte Technik. Hier könnte viel mehr passieren und ich mache gerade neue Erfahrungen, obwohl ich mich über zehn Jahre intensiv mit dem Thema beschäftige. Zur Zeit leite ich zusammen mit einer Kollegin eine Schulentwicklungsgruppe zu Digitalisierung in meiner Schule. Wir evaluieren die Bedürfnisse und Potentiale unseres Kollegiums in Bezug auf digitale Werkzeugnutzung im Unterrichtsgeschehen, haben auch erste Erfolge und entwickeln Ansätze für weitere konkrete Schritte im System.

Hierbei bin ich auf Reflector aufmerksam geworden, ein kostenpflichtiges Tool, mit dem sich der Bildschirm eines mobilen Endgerätes als Beamerbild spiegeln lässt. Das kann ich auch mit meinem Laptop über HDMI (Kabelgebunden, aber für viele Anwendungen ok). Aber was ich mit einem Tablet zusätzlich kann ist:

  1. Ergebnisse von Schüler*innen direkt per Kamera zügig an die Tafel bringen (per Foto oder Live-Kamera)
  2. Schüler*innnen auf dem Tablet an ihrem Platz Lösungen entwickeln lassen, ohne dass sie vorne am Smartboard schreiben müssen (wobei ich damit mein privates Gerät einem gewissen Risiko aussetze)
  3. Sollte die ganze Klasse mit ihrem Tablet ausgestattet sein, z.B. Hausaufgaben zügig vergleichen, da die verschiedenen Geräte schnell angesteuert werden können.

Zudem ist ein Tablet schnell griffbereit, handhabbar wie ein Skizzenblock und besonders für das Betrachten von digitalen Inhalten leichtfüßiger als Laptops. Smartphones dagegen haben einen recht kleinen Bildschirm und haben für den Unterricht keinen Vorteil gegenüber Tablets, außer, dass der überwiegende Teil der Schüler*innen sie bereits besitzt. Laptops sind für einige Aufgaben besser geeignet als Tablets, z.B. längere Texte verfassen oder für die umfangreichere Softwareentwicklung. Demgegenüber lassen sich Tablets zügig direkt verwenden, da sie meist in Standby gehalten werden und sind mobiler als Laptops einsetzbar, z.B. als Kamera zur Bild und Videoaufnahme.

Der Großteil von üblichen Unterrichtsformaten erscheint mir mit Tablets gegenüber Laptops gut realisierbar, da es sicht um häufigen Wechsel und meist einer Betrachtung von Medien handelt. In der Diskussion kristallisiert sich heraus, dass eine Ausstattung ganzer Klassen mit Tablets den Unterricht nicht nur methodisch und inhaltlich bereichern kann, sondern uns auch anders als bisher ermöglicht, unserer Pflicht als Schule nachzukommen, die von der Kultusministerkonferenz beschlossenen digitalen Kompetenzen umfangreich und systematisch zu fördern. Im Folgenden ein von mir erstellter Überblick über diese Kompetenzen:

Zur Zeit sind wir mit Laptopwägen und Smartboards recht gut ausgestattet, aber verglichen mit den Möglichkeiten, die persönliche Endgeräte mit sich bringen, ist die Nutzung recht beschaulich. Warum persönliche Endgeräte? Weil diese sich an die persönlichen Anforderungen anpassen lassen und weil sie Verbindlichkeit schaffen. Verschiedene Varianten sind denkbar.

Und warum ausgerechnet iPads? Die einheitliche Plattform mit an Schule angepasster Verwaltungssoftware zur Administration und unterrichtlichen Verwendung ist attraktiv für einen reibungslosen Ablauf. Schule ist eine sehr heterogene Umgebung, wo oft Zeit eine entscheidene Rolle spielt. In einer Unterrichtsstunde kostbare Minuten zu verlieren, um die Technik in den Griff zu bekommen kostet nicht nur Nerven, sondern führt oft dazu, dass Kolleginnen Technik vermeiden. Zudem sind die technischen Kenntnisse von Lehrerinnen sehr unterschiedlich und oft nicht besonders hoch, so dass es wenig Bereitschaft gibt, sich intensiv in Bereiche einzuarbeiten, die möglicherweise nach ein paar Jahren schon wieder nicht mehr nützlich sind. Sicher wäre hier auch eine informatisch-technische Grundbildung verpflichtend für alle Lehrer*innen in der Ausbildung wünschenswert, wie nun in der Schweiz umgesetzt, dies ist aber zur Zeit nicht abzusehen und würde auch nicht alle oben genannen Anforderungen nivellieren.

Sollte es möglich sein, die digitalen Arbeitsmaterialien und -ergebnisse von Schüler*innen weiterhin in einer schuleigenen oder Behördeneigenen Cloud / Speicher abzulegen, wie beispielsweise in einem Content Management System wie Moodle, können die Apple-eigenen Lösungen umgangen werden, um auf dieser Ebene möglichst datensparsam zu arbeiten.

Wichtig ist jedenfalls, in Schule Erfahrungen zu sammeln und auszutauschen, um auf dem Gebiet der Nutzung digitaler Lernumgebungen vor allem auch zum Erwerb der für den Alltag dringend benötigter Grundlagen zu digitalen Medien, Werkzeugen und Informatiksystemen wie von der KMK gefordert große Schritte aufzuholen und nicht noch weiter hinter die gesamtgesellschaftliche Entwicklung zurückzufallen.

Jun 132016
 

Ich lese gerade, gegen Ende meiner Zeit in Ecuador das Buch „Kinder auf dem Wege zur Physik“ von Martin Wagenschein. Viele Darstellungen im Buch, vor allem die woertlichen Zitate von Kindern, haben mich nachdenklich gemacht. Vor allem der Umgang im Gespraech mit kindlichen Erklaerungen, der nicht verprellt, sondern ermutigt, erscheint mir eine grosse Herausforderung des naturwissenschaftlichen Unterrichtes. Dafuer muss ich mich erst einmal in die kindliche Welt (zurueck) hineindenken und von der Sache her denken. Continue reading »

Mrz 262016
 

Leider kann ich nicht dabei sein, wenn auf der Schulbuchmesse Anfang April in Hamburg die Publikation „standhalten“ – Rassismuskritische Unterrichtsmaterialien und Didaktik für viele Fächer mit dem gleichnamigen Kurzfilm vorgestellt wird. Aber empfehlen möchte ich diese Veranstaltung.

Ich habe das Kapitel „Lernbereich Mathematik“ der Publikation mit grundlegenden Überlegungen und zwei Unterrichtsentwürfen in längerer Arbeit und guter Zusammenarbeit mit den Herausgebern entwickelt. Ich freue mich schon, wenn ich im Sommer wieder in Hamburg bin, die gedruckte Version meiner ersten Mit-Veröffentlichung in den Händen halten zu können ūüôā Continue reading »

Jan 172013
 

Diese Woche habe ich eine Hospitationsstunde in der 11.Klasse recht erfolgreich umgesetzt.

Gegenstand der Stunde war ein Text aus dem Bereich meiner Ausbildung. Hierzu hatte ich einleitend einige Folien zum Problemlösen mit Mathematik und zu meiner Ausbildungsstätte, dem DESY (Deutsches Elektronen Synchrotron) und dem Arbeiten an mechanischen Fertigungsmaschinen im Unterrichtsgespräch eingebracht. Leider kann ich die verwendeten Fotos aus Lizenzgründen nicht auf meinem Blog veröffentlichen, aber bei der Eingabe von DESY in Suchmaschinen lassen sich auch so viele interessante Bilder finden.

Anschließend an die Problematisierung verteilte ich Arbeitsblätter in die Kleingruppen und gab den Auftrag, eine Präsentationsfolie vorzubereiten. Dies hatte gegenüber dem Smartboard oder Postern den Vorteil, dass sie zügig beschriftet werden kann und in der Gruppe am Tisch direkt zur Verfügung steht. Es gibt doch immer wieder auch gute Gründe, nicht die modernste, sondern die passendste Technik einzusetzen.

Hier ist die Aufgabenstellung, die zentral für die Stunde war:

Planung der Produktion von Maschinenbauteilen
In einer Firma, die Maschinenteile herstellt gibt es eine Bandsäge, eine Fräsmaschine und eine Drehbank.
Die Bandsäge steht aus betriebsinternen Gründen 9000 Minuten pro Woche zur Verfügung,
die Fräsmaschine 5200 Minuten und die Drehbank 5100 Minuten.
Es sollen drei Maschinenteile hergestellt werden (eine Kegel, ein Flansch und eine Welle).
Der Kegel benötigt 2 Minuten an der Bandsäge, 4 Minuten an der Fräsmaschine und 7 Minuten an
der Drehbank je Stück. Der Flansch benötigt 8 Minuten an der Bandsäge, 6 Minuten an der
Fräsmaschine und keine Zeit an der Drehbank je Stück. Die Welle benötigt 6 Minuten an der
Bandsäge, 1 Minute an der Fräsmaschine und 2 Minuten an der Drehbank je Stück.

Aufgabe:
Berechne die Anzahl der Maschinenteile, die in einer Woche hergestellt werden können,
so dass alle drei Maschinen optimal ausgelastet sind.

Der Text war bewusst komplex gestaltet, um das Strukturieren und mathematisieren von Informationen zu fördern. Dies gelang insgesamt auch recht gut. Die Gelenkstelle zwischen Problematisierung und Erarbeitung hatte ich etwas ungeschickt gestaltet und den Austausch über die Ergebnisse konnte nur angerissen werden abe ansonsten war die Stunde sehr erfolgreich. Die Gruppen entwurfen verschiedene Modell und verwarfen sie teilweise wieder, wie es bei Modellierungsaufgaben typisch ist. Die Sicherung holte ich die anschließende Stunde nach, so dass das Thema abgerundet werden konnte. Besonders zur Sinnstiftung halte ich die Aufgabe für günstig, da Lineare Gleichungssysteme meinen Schüler/innen bisher eher als reines Kalkül begegnet sind und sich im Alltag kaum Anwendungen erschließen.

Spannend war auch, dass eine Gruppe auf eine sehr ungewöhnliche Lösung gekommen war, die auch solide Ergebnisse ergab: Sie gingen schrittweise vor, indem sie erst eine Maschine möglichst effektiv mit zwei Bauteilen auslasteten, um die übrig gebliebene Zeit mit dem dritten Bauteil aufzufüllen. Eine Probier-Methode, die die Einsicht ermöglichte, dass unterschiedliche Strategien zum Ziel führen können.

Hier ist das für die Veröffentlichung gekürzte Material inklusive Stundenentwurf: UE Planung Maschinenbau

Sep 242012
 

Im Fachseminar Informatik diskutierten wir letzte Woche über Checklisten und Kompetenzraster.

Wir hatten bereits vor etwa einem halben Jahr das Thema Kompetenzorientierung im Fachseminar, folgende Notiz von mir hierzu:

„Kompetenzorientierung zielt auf Kompetenzzuwachs, indem Lernziele formuliert werden, die an Handlungen der SuS überprüft werden können.
Zur Selbstreflexion der SuS gibt es Checklisten und Kompetenzraster, die es ihnen ermöglicht, ihren Kompetenzzuwachs selbst einzuschätzen.“

Mit Hinweis auf zwei Dokumente:
Kompetenzbegriff nach Weinert:
http://www.j-rost.de/Texte/Kompetenzmodelle1.pdf
Zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards:
http://www.bmbf.de/pub/zur_entwicklung_nationaler_bildungsstandards.pdf

Heute diskutierten wir verschiedene Varianten von Checklisten und Kompetenzrastern.

Eine Checkliste ist Ausschnitt eines Kompetenzrasters, konkreter und detailierter formuliert und eine Momentanaufnahme für Schüler/innen-Hand. Für die Ankreuz-Optionen auf Checklisten sollte überlegt werden, welche Anzahl an Varianten vorgesehen werden. Meine Selbsteinschätzungen im letzten Halbjahr hatte ich noch nicht weiter vorstrukturiert, da wären Smileys und genauere Strukturen sicher hilfreich gewesen. Zudem lassen sich Checklisten in verschiedenen Szenarien einsetzen, beispielsweise wie in meinem Fall für die Zwischenbesprechung der laufenden Mitarbeit oder zur Klausurvorbereitung.

Ein Kompetenzraster ist in Matrixform, gibt einen Überblick über einen Lernabschnitt und in einer Art Ausbaustufen zu einzelnen Inhaltsbereichen strukturiert. In sämtlichen Bildungsplänen in Hamburg sind diese vorhanden.

Es gab auch die Idee, ohne Raster und Liste einfach auch einmal im Unterrichtsgeschehen frei formulieren zu lassen, worum es gerade genau geht, um eine Selbstreflexion anzuregen und Klarheit über die wesentlichen Inhalte durch anschließende Besprechung.

Die Erstellung eines eigenen Produktes und die Problemorientierung sollen nicht durch Checklisten und Raster in Frage gestellt werden, daher ist der Zeitpunkt für den Einsatz gut zu überlegen. Sowohl ganz zu Beginn als auch ganz zum Ende einer Unterrichtseinheit sind beide nicht geeignet, eher in einem Zwischenstadium. Hierdurch kann selbstgesteuertes Lernen gefördert sowie Rückmeldung auf bisher Geleistetes unterstützt werden. Durch die explizite Benennung von Konzepten und Kompetenzen können Ziele des Unterrichtes den Schüler/innen transparent gemacht werden.

Im Anschluss einige Beispiele zu Checklisten und Kompetenzrastern:

Checkliste vom Informatik-Kollegen Peter Schmähler

Checkliste vom Informatik-Kollegen Nicolas Paul

Kompetenzraster zu POV-Ray von Nicolas Paul

Kompetenzraster vom Informatik-Kollegen Michael Janneck (http://www.janneck.de/Informatik/LernwerkstattKommunikation)

Ein erster Versuch von mir im letzten Halbjahr, mit Selbsteinschätzungen die laufende Mitarbeit zu besprechen, Robotik Klasse 8

 

 

 

 

 

 

 

Zur Verwendung von Kompetenzrastern an der Max Brauer Schule in Hamburg:
http://lehrerfortbildung-bw.de/allgschulen/bbbb/14_raster/Kompetenzraster.pdf

Sinus-Hamburg „Kompetenzen und Checklisten“:
http://www.sinus-hamburg.de/index.php?option=com_content&view=article&id=14&Itemid=16

Kompetenzraster Institut Beatenberg:
http://binndiffimauen.wikispaces.com/file/view/kompetenzraster+Beatenberg.pdf/316674206/kompetenzraster%20Beatenberg.pdf

Kompetenzraster von Michael Janneck zum Thema „Kommunikation“:
http://www.janneck.de/Informatik/LernwerkstattKommunikation

Aug 302012
 

Aus einer Rundmail an mich, dass das 10.EduCamp im Oktober 2012 in Ilmenau stattfindet, las ich auch gleich von einer weiteren spannenden Tagung, bei der ich möglicherweise dabei sein werde: das #OER Camp. OER steht für Open Educational Resources und fördert meiner Meinung nach die wichtige gesellschaftliche Zielrichtung eines freien Austausches über Materialien, Konzepte und andere bildungsrelevante Angelegenheiten unter anderem im Bereich Schule.

zwar nicht explizit creative commons, aber im Sinne der Veranstalter/innen nutze ich einen Screenshot ihrer Seite ūüėČ

Hier folgt die Selbstbeschreibung:

„Das Treffen zu digitalen und offenen Lehr-Lern-Materialien wird schon in knapp zwei Wochen vom 14.bis 16. September 2012 an der Uni Bremen stattfinden. Der EduCamp e.V. ist Mitveranstalter des #OERcamp, das an der Location des EduCamps von 2011 stattfindet. Nach den intensiven Diskussionen bei den letzten EduCamps soll die Veranstaltung das Thema Open Educational Resources nun auf eine breitere Basis stellen. Neben dem klassischen BarCamp-Teil gibt es für Einsteiger vorbereitete Workshops und für Fortgeschrittene Projektsessions nach dem Vorbild der „EduHacks“. Anmeldungen sind über die mixxt-Plattform www.oercamp.de möglich. Außerdem bitten wir Euch herzlich darum, den Hinweis in Eurem Kollegen-und Bekanntenkreis weiterzuleiten. Diskutiert werden Fragestellungen, wie: Wo im Internet finde ich Unterrichtsmaterialien, die ich bedenkenlos herunterladen und weiterbearbeiten kann? Darf ich ein YouTube-Video in einer Unterrichtssituation via Beamer zeigen? Was genau darf man eigentlich kopieren, wie oft und für wen? Stimmt es, dass ich Unterrichtsmaterialien gar nicht digitalisieren darf, nicht einmal für mich zu Hause? Woher kriege ich Bilder für Arbeitsblätter und Präsentationen, die ich nicht wegen Urheberrechtsverletzungen verstecken muss? Und was hat das alles mit „Open Educational Resources“ zu tun? Ist das so eine Art „Wikipedia für Lehr-Lern-Materialien“? Antworten gibt es beim #OERcamp. Details gibt es auch im Flyer unter http://goo.gl/bNXWe (pdf).“

Apr 272012
 

Heute haben wir uns im Informatik-Fachseminar mit dem Thema Kryptologie in der Sek1 (9. oder 10.Klasse) und einer Umsetzung mit der Programmiersprache Python beschäftigt.

Ziel war heute, ein Programm zur Verschlüsselung von Zeichenketten zu erstellen, das problemorientiert und nicht künstlich nur zum Üben geeignet ist. Als Ansatz nahmen wir eine einfache Verschlüsselung an, die einzelne Zeichen vertauscht, z.B. das erste gegen das dritte, das zweite stehenlässt, das vierte gegen das sechste tauscht usw.
Hierzu gab es einen Vorschlag, der folgendermaßen aussieht:

def drilling(eingabe):
    zaehler = 0
    laenge = len(eingabe)
    ausgabe = ""
    while zaehler < laenge:
        if zaehler % 3 == 0:
            if zaehler+2 < laenge:
                ausgabe = ausgabe + eingabe[zaehler+2]
            else:
                ausgabe = ausgabe + eingabe[zaehler]
        if zaehler % 3 == 1:
            ausgabe = ausgabe + eingabe[zaehler]
        if zaehler % 3 == 2:
            ausgabe = ausgabe + eingabe[zaehler-2]
        zaehler += 1
    print ausgabe     

eingabe = raw_input("Bitte ein Wort eingeben:")
drilling(eingabe)

Wir diskutierten kleinschrittigeres Vorgehen, erst nur ein Tripel vertauschen, um nicht gleich Schleifen und Fallunterscheidungen als Konzepte mit einbeziehen zu müssen. Beispielsweise könnte erst nur der Vertauschvorgang auf Papier modelliert werden, also erst nur Zeichenketten der Länge 3, dann im zweiten Schritt dieses auf Zeichenketten der Länge eines Vielfachen von 3 erweitern und dann auf beliebige Zeichenketten.
Der erste Schritt wäre dann:

# Eine ganz einfache Variante der Drillingsverschluesselung
def drilling(eingabe):
    ausgabe = eingabe[2] + eingabe[1] + eingabe[0]
    print "Das Wort lautet " + eingabe 
    print "Der verschluesselte Text lautet " + ausgabe     

eingabe = raw_input("Bitte ein Wort der Laenge 3 eingeben:")
drilling(eingabe)

Den zweiten Schritt habe ich noch nicht so richtig durchdacht, wünschenswert wäre ein Programm, das weniger Konzepte enthält, aber mehr kann als das erste Programm, also z.B. alle durch 3 teilbaren Zeichenketten-Längen aber weniger Fallunterscheidungen und keine Modulo-Rechnung enthält.

Als weiteren Ansatz diskutierten wir, erst ein anspruchsvolles Programm zu einem Problem vorzulegen und dies analysieren lassen, um dann eine Modifikation oder Variante implementieren zu lassen. Dies könnte allerdings auch abschreckend wirken und zur Entwicklung eines Vokabulars erscheint ein systematischer Ausbau von Konzepten günstiger.

Ich habe noch nicht so viele Erfahrungen mit Python, daher habe ich mich erst einmal auch mit einfachen Aufgaben beschäftigt, z.B. wie eine Liste erstellt wird und was man damit alles machen kann. Dabei habe ich mich an einem Skript von Bernd Grave orientiert: www.uni-math.gwdg.de/bgr/unterricht/informatik/EinfPython.pdf Problemorientiert sind diese Aufgaben allerdings nicht, da es völlig unsinnig erscheint, eine Einkaufsliste mit einem solchen Aufwand zu verwalten. Zum Konzepte von Python kennenlernen ist es allerdings recht schön.

Mein erstes Experiment mit Ausgaben und Fallunterscheidungen (Ich nutze Ubuntu, da ist Python bereits vorinstalliert und als Editor einfach gedit und rufe die Programme dann über die Konsole auf):

Hier meine Listen-Experimente:

# Programm "Listen", angelehnt an Bernd Grave, 
# "Programmieren mit Python - erste Schritte"

# Erzeuge eine Liste und gebe ein Listenelement aus

planeten = ['Sonne','Mond','Sterne']

nummern = range(10)
print 'Listenelemente ausgeben'
print planeten [1]
print nummern [3]

# S.11 "Benutzung von Listen"

einkaufsliste = ['Aepfel','Mangos','Karotten','Bananen']

# Laenge einer Liste ausgeben
print '\n Ich habe', len(einkaufsliste), 'Dinge einzukaufen.'

# Elemente einer Liste ausgeben (interessant ist hier, dass eine 
# Variable "ding" für die Listenelemente erst in der for-Schleife 
# erzeugt wird, ohne näher deklariert zu werden)
print 'Diese Dinge sind:',
for ding in einkaufsliste:
print ding,

# Ein Elemente der Liste hinzufuegen
print '\n ich muss auch Reis einkaufen'
einkaufsliste.append('Reis')
print 'Meine Einkaufsliste ist jetzt', str(einkaufsliste)

# Eine Liste sortieren
print 'Jetzt werde ich meine Einkaufsliste sortieren.'
einkaufsliste.sort()
print 'Die sortierte Einkaufsliste ist', einkaufsliste

Die Ausgabe dieses kleinen Programms auf der Konsole sieht dann folgendermaßen aus:
 

Nov 202011
 

Dank etherpad gibt es eine Vielzahl an Dokumentationen einzelner Sessions des heutigen Tages, die mehr oder weniger intensiv kollaborativ während der Präsentationen und Diskussionen entstanden. Insgesamt hat sich der Tag gelohnt, auch wenn ich bedaure, gestern nicht beim Schulforum dabeigewesen zu sein, da ich Fachseminar hatte. Anhand der posterbehangenen Wände am heutigen Tag konnte ich feststellen, dass dort einige interessante Auseinandersetzungen zu Themen wie individualisierter Unterricht und selbstorganisierte Lernformen auf dem Schulforum gelaufen sein müssen. Continue reading »

Nov 152011
 

Ok, ich sehe es ein, ich komme nicht so schnell hinterher mit dem Dokumentieren.

Nun bin ich bereits die zweite Woche an der Schule, die Projektwoche ist vorbei und ich habe den Artikel zur ersten Woche Referendariat noch nicht beendet. Dies möchte ich hiermit nachholen, werde aber in Zukunft vermutlich weniger detailliert schreiben.

Der zweite Teil der ersten Woche im Hauptseminar beinhaltete die Themen: „Lernen im Vorbereitungsdienst“, „Portfolio“ und „Unterrichtsplanung“, „Lehrer-Rolle / -Qualität“ und „Schulbesuch Vorbereitung“. Continue reading »

Meine erste Woche im Referendariat (Teil 1)

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Nov 082011
 

Seit dem 1.November bin ich nun Referendar in Hamburg. Am ersten Tag lernten wir nach einer Begrüßung mit Kaffee im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) unser Hauptseminar kennen, in dem wir uns mit Fragen der allgemeinen Didaktik und Unterricht beschäftigen werden. Die Gruppe ist regional zusammengesetzt, so dass wir kürzere Wege bei den Kleingruppenhospitationen haben werden, wenn also Referendar/innen sich untereinander hospitieren, was regelmäßig vorgesehen ist. Continue reading »